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Schalter am MikrofonRichtcharakteristik ist nicht immer "echt"Wie sie zustande kommt, habe ich bereits im erklärt. Nun ist es aber in der Praxis so, dass sie nur bis etwa 1000 Hz gilt. Bei höheren Frequenzen ist die Wellenlänge kleiner als das Mikrofon selbst, was bewirkt, dass rückwärtig auftreffender Schall nicht mehr um das Mikrofon gebeugt, sondern reflektiert wird. Ergo: oberhalb von 1000 Hz ist auch der Druckempfänger keine Kugel mehr, sondern "nur" eine Niere. Dies gilt natürlich ebenso für alle anderen Empfängercharakteristika, wenn auch nicht in einem so extremen Maß. Spricht man beispielsweise von der Seite in ein Mikro mit Nierencharakteristik, ist nicht unbedingt der Pegel geringer, jedoch wird der Klang eindeutig dumpfer. Richtcharakteristik und PhasendrehungAlle Mikrofone haben eine bestimmte Besprechrichtung (meist durch
einen halbseitig silbernen Drahtkorb oder das Herstellerlogo
gekennzeichnet). Dahinter ist es aber bei allen Mikros, außer bei Kugel
und Niere, besonders interessant, denn die Rückseite (auch "out-of-phase-side"
genannt) ist phasengedreht, d.h. die hintere Hälfte der Acht und die
kleinen "Schwänzchen" bei Hyper- und Superniere bzw. Keule
empfangen den Schall tatsächlich mit einer 180 Grad Phasenverschiebung.
Power: Die PhantomspeisungKondensatormikrofone benötigen eine Versorgungsspannung für die
Ladung der Membran und den Vorverstärker. Bei Live-Mikros wird dies oft
durch eine 9-Volt-Blockbatterie gelöst, im Studio durch die sog.
Phantomspeisung, eine 48 Volt Gleichspannung, welche über beide
Tonadern zum Mikro hin und über die Abschirmung zurückgeführt wird.
Es gibt auch Phantomspeisung mit 24 oder 12 Volt, allerdings ist sie
nicht mehr üblich. Wer noch ein älteres Pult hat, kann aber trotzdem
ein Mikro, welches eigentlich 48 V benötigt, daran betreiben. Wenn die
Spannung für den Vorverstärker ausreicht (wird in vielen Fällen so
sein), ist letztlich nur das Mikrofonsignal leiser, was wieder einen
geringeren Störspannungsabstand und Rauschen nach sich zieht. Im Folgenden jetzt die wichtigsten Begriffe und Eigenschaften von Mikros. ÜbertragungsbereichIhn findet man häufig in Prospekten angegeben, leider jedoch ohne
die Toleranzen. Beinahe jedes billige Kondensatormikro schafft einen
Frequenzgang von 20 Hz - 20 kHz. Entscheidend ist hier jedoch der Zusatz
z.B. +- 2,4 dBr. Er gibt die maximale Abweichung der Kurve vom
Idealverlauf in dem angegebenen Frequenzbereich an. Nahbesprechungseffekt (proximity effect)Der N. tritt nur bei Druckgradientenempfängern, also bei den meisten Live- und Studiomikros im sog. Nahfeld auf. Das Nahfeld beginnt dort, wo der Abstand von Schallquelle und Mikrofon kleiner ist, als die Wellenlänge. Es ist also Frequenzabhängig. Bei 150 Hz beginnt das Nahfeld also etwa bei 2,3 Metern, bei 12 kHz erst in etwa 2,8 cm Abstand. Den Nahbesprechungseffekt zu erklären ist etwas schwierig. Der Druckgradientenempfänger misst ja den Phasenunterschied zwischen dem Schall vor und hinter der Membran, der durch den Umweg des Schalls zu Membranrückseite zustande kommt. Im Fernfeld breitet sich der Schall Wellenförmig aus.
Im Nahfeld jedoch sind die Schallwellen gekrümmt. Da sehr dicht an der Schallquelle die Krümmung im Vergleich zur Wellenlänge zunimmt, steigt der Druckgradient überproportional an, was eine Pegelanhebung bedeutet. Da das Nahfeld für hohe Frequenzen aber selbst bei sehr geringen Aufnahmeabständen zu klein ist, werden nur tiefere Frequenzen angehoben. Dies erzeugt einen mehr "intimen" und weniger neutralen Klang, wie man ihn aber inzwischen durch Rock- und Popproduktionen sowie Sprecher in sämmtlichen Medien gewöhnt ist. Auch zur Kompensation der Nahbesprechung haben Gradientenempfänger die schaltbare Bassabsenkung. Livemikros, die auf Lippenkontakt ausgelegt sind (z.B. Shure SM 58) haben bereits ein feste Bassabsenkung zur Kompensation des Nahbesprechungseffektes eingebaut. Daher klingt ein solches Mikro gleich bei nur wenigen Zentimetern Abstand viel dünner. Nahbesprechungs-Korrektur Neodym-Magnet Nieren-Charakteristik
Lavalier-Mikrofone(sprich: La-wall-jeh) Hiermit sind entgegen der landläufigen Meinung keine Ansteck- und Clipmikros gemeint, sondern Mikrofone, die eine standardisierte Entzerrung (Frequenzgangkorrektur) besitzen und somit direkt vor dem Brustkorb getragen werden (Also doch Ansteckmikros? Nein! Dies ist von Mikro zu Mikro unterschiedlich und besonders im Niedrigpreisbereich selten gegeben.). Der Frequenzgang besitzt eine starke Absenkung bei 800 Hz (das ist der Bereich der Brustkorbresonanz) und eine deutliche Pegelanhebung bei den hohen Frequenzen (bis +8 dB bei 8 kHz) um die Sprachverständlichkeit zu verbessern. Wem ein solches Mikro fehlt, der kann den Frequenzgang aber mit dem Pult-EQ nachbauen. Feldleerlaufübertragungsfaktor(Der letzte Theoriekram!) Der F. ist sozusagen die Empfindlichkeit (sensitivity) des Mikros. Folgendes wird hierbei gemessen: Wie hoch ist die Ausgangspannung bei einer Besprechung des Mikros bei 1 Pascal Schalldruck. Ein Kondensatormikro schafft etwa 5 - 20 mV/P (Millivolt pro Pascal), ein Dynamisches Mikro nur schlappe 1 - 2 mV/P (selten auch etwas mehr). Je höher nun der Feldleerlaufübertragungsfaktor, desto geringer muss ich meinem Vorverstärker (Gain) am Pult aufdrehen. Wer also ein einfaches Pult hat (z.B. Behringer) sollte theoretisch ein Mikro mit einem möglichst hohen F. haben, damit der Vorverstärker weniger rauscht. Klang von Groß- und KleinmembranWarum klingt jetzt die Großmembran "warm"? Zuerst sollte
man sich dazu im Vergleich die Kleinmembran ansehen. Hier ist die
Membran im Schnitt etwa 10 mm groß (kann aber auch deutlich kleiner
sein). Durch die geringe Größe und das geringe Gewicht der Membran
reagiert sie auch auf kleinste Impulse sehr genau, da sie einfach sehr
leicht und schnell angeregt werden kann. Dies hat einen eher
"neutralen" bis "kalten" Klang. . AnschlusstechnikMikros haben in der Regel den bekannten XLR-Stecker. Wer in einem Notfall mal ein Mikrokabel löten muß, kann sich mit diesem Spruch behelfen: X - L - R = 1 - 2 - 3X ist nix, L macht Lärm, R geht zurück (Zugegeben, ziemlich dämlich, aber hilfreich wenn man sich die Steckernummerirung anschaut.)
Wichtig ist es, die Phasen nicht zu vertauschen!
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